Geschichte

Die Gruppe wurde 1992 als Folge eines „runden Tisches gegen Gewalt an den Schulen“ gegründet, zu dem die Evangelische Kirchengemeinde Velten gemeinsam mit der Stadtverwaltung aufgerufen hatte. Zu der Initiativgruppe gehören heute um die 25 Erwachsene und Jugendliche unterschiedlicher Konfessionen und Weltanschauungen, die seit 1992 jedes Jahr die „Mixed-Pickels-Woche“, ein antirassistisches Sommervergnügen in Velten, organisieren. Der Name der Woche entstand durch eine Schülerin, die dabei nicht in erster Linie an das eingelegte Mischgemüse, sondern an ihre pickelgeplagte Altersgruppe dachte.
 

Die Mixed-Pickels-Woche

  • wird ehrenamtlich und in Rechtsträgerschaft der Evangelischen Kirchengemeinde Velten organisiert. In der Woche sind nicht nur die Gruppenmitglieder, sondern ca. 15 weitere Helfer und Helferinnen eingebunden, da pro Tag etwa 10 Stunden mit etwa sechs Menschen gleichzeitig abgedeckt werden müssen.
  • findet immer in der ersten vollen Sommerferienwoche Brandenburgs mit ca. 70 Veranstaltungen statt.
  • beteiligt Kinder und Jugendliche, die im benachbarten Hennigsdorf und in Bärenklau als AsylbeweberInnen leben.
  • hat ihren zentralen Ort mitten in der Stadt auf einer Wiese in einem Zeltdorf.
  • organisiert Ausstellungen (2011: Anne-Frank-Ausstellung; 2012: Opfer rechter Gewalt in Deutschland seit 1990)
  • setzt darauf, dass friedliches und fremdenfreundliches Verhalten nicht durch „Belehrungen“, sondern nur durch gute Erfahrungen und die Ansprache der Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen „lernbar“ ist, und ist daher erlebnisorientiert konzipiert. Sportliche und kreative Aktivitäten haben genauso ihren Ort wie Spiele und Konflikttrainings oder Trommelworkshops und Tanz, Ausstellungen, Erzählrunden und Ausflüge. Dabei finden „wie zufällig“ immer Jugendliche und Kinder verschiedener Herkünfte zusammen.
  • arbeitet mit Botschaften und sichtbaren Symbolen.
  • hat jedes Jahr mindestens einen Mann engagiert, der nur die Aufgabe hat, die „wilden Kerle“ also energiegeladene Jugendliche zu beschäftigen bzw. in die Angebote zu integrieren.
  • hat jedes Jahr ein Motto (siehe Mottos)
  • vereinigt pro Tag bis zu 100 Menschen an unterschiedlichen Orten in einem manchmal etwas chaotisch wirkenden aber friedlichen Miteinander.
  • hat u.a. „Schlüsselkinder“ als Dauergäste, für die es sonst kein Ferienangebot gäbe.
  • macht zunehmend auch Angebote für Erwachsene, da Rassismus zwar in der Symptomatik häufig ein Jugendproblem ist, nicht aber in seiner Herkunft.
  • wird am Sonntag mit einem Gottesdienst in der Kirchengemeinde eröffnet und am Montag durch eine programmatische Rede der Jugendlichen aus der Gruppe.
  • endet am Samstag mit einer „Abschlussgaudi“, bei die Ergebnisse präsentiert werden, z.B. ein Zirkusprogramm, Tänze, Shows etc.
  • kostet jedes Jahr ca. 6000 € (für Versicherung, Wachschutz, Honorare, tägliche Verpflegung…) die durch Anträge an die Stadt, den Landkreis, das Land, sowie durch Spenden und Sponsoring von den Mitgliedern aufgebracht werden.
  • wird inzwischen von vielen Firmen und Institutionen z.B. durch Sachspenden unterstützt und hat den Status „gute Tradition“ erreicht, was in einer brandenburgischen Kleinstadt Bedeutung hat. 

Außerdem hat die Gruppe im Laufe der Jahre organisiert:

  • Begleitung von Opfern rassistischer Übergriffe
  • Schweigemarsch nach der Ermordung eines Veltener Bürgers
  • Würdigung einer Veltenerin, die im Zuge ihres umweltpolitischen Engagements Opfer eines Gewaltverbrechens wurde und an den Folgen nach Jahren im Koma starb
  • Aktivierendes Planungsmodell nach der Methode „Planning for real“ für zwei Veltener Stadtteile
  • Bürgerversammlungen, z.B. mit den KandidatInnen der anstehenden BürgermeisterInnenwahl
  • „Kino im dunklen November“
  • Sommer 2007: Erstellung der „Veltener Erklärung“, die inzwischen von ca. 250 Einzelpersonen und Institutionen Veltens unterschrieben wurde
  • Sommer 2008 in Zusammenarbeit mit Stadtverordneten: Kundgebung auf dem Marktplatz unter dem Motto: „Bunte Vielfalt statt brauner Einfalt“ und Organisation einer öffentlichen „Deutschstunde“.
  • Herbst 2009 bis 2012 in Zusammenarbeit mit Stadtverordneten: Organisation von „Gesicht zeigen in Velten“ mit regelmäßiger Veröffentlichung von Fotos unterschiedlicher Gruppen aus Velten im Amtsblatt und lokalen Zeitungen , alle mit dem Text: „Bunte Vielfalt statt brauner Einfalt – Velten zeigt Gesicht gegen Rechtsextremismus“
  • Sommer 2016: Kundgebung „Geschmack des Morgenlandes“ mit Geschichten Geflüchteter, Musik und Essen aus dem Morgenland.